Sonntag, 11. August 2013

Handgreiflichkeiten

Bewusstsein ist Leid und je mehr man Leib ist, umso mehr vergeht einem das Leid. Man kann sich wundernd leidend abwenden vom Sinn oder sich wandernd dagegen vergehen.

Wunder sind nur ein Wachsen und Mehren des Leibs in der Welt, ein Sieg gegen Geist: Mensch holt sich Körper zunächst als fremden zurück. Im Wunder jedoch erstarkt schon der Leib und schwindet allmählich die eingebildete Geistlichkeit mit ihrer gelehrten Hold- Blödseligkeit im überDachten Göttlichen. Es fehlt noch der rechte Begriff.

Wunder sind immer handgreiflich, die Wirkung ist immer leiblich, die Wahrheit ist ihr Vergehen gegen die Natur und lässt sich dort auch erwandern und schließlich ist das Gleichnis ein Rückzug in die Schrift und ein Rückbezug der Einsicht auf den Leib und sie entblößt ihm als Leid. Es bleibt nur noch ein durchsichtig Bild eines Wunders der Verwundung. Ein Gleichnis für wahr zu nehmen ist Analytikertugend und -verdienst: also zahlt der Kranke weder für Heilung noch Wahrheit, sondern nur für die Heiligsprechnung im Wahn der Öffentlichkeit. Also läuft nicht ein Geist oder Gott auf dem Wasser, sondern die Erkenntnis überwindet sich in der Not. Sie ist ein Verwundern des Leibs oder sein Wandern gegen sie.

Bewusstsein ist ganz einfach ein Nicht-Leib-Sein und daher Leid, eine Art von Entleibung. Mensch ist entleibt und der Schmerz die Arbeit fügt ihm den Leib wieder zu. Es ist nicht die angebliche Körperkontrolle des ruhenden Leibs, die befreit. Falsch ausgerichtet. Darum erhebt sich der vom Selbst in seiner Aufmerksamkeit Gefesselte auch nur aus einer End-Krampfung in neuer kranker überhöhter Vergeistigung Bewusstheit und er hebt sich starr nur zum Schein gegen Schwere im Geist hinauf in den eigenen Lügen-Sinn. Es braucht der faul sitzende Unsinn die langgezogenen Ohren zum Fliegen den Betrug und den blöden Zauber des schwebenden Körpers und einen betäubten Zuschauer dazu.

'...wer einst fliegen lernen will, der muss erst stehn und gehn und laufen und klettern und tanzen lernen: – man erfliegt das Fliegen nicht!' Er fliegt: er lügt: erkennt als schmerzhafte Wahrheit die Gesetze der Schwerkraft.

Zum Heil des Leibs muss man Geist nur ent-gehen. Ein Leib der geht und rennt, hat übrigens auch Wasser Not, die Not des Leibs eignet sich Wasser an. Geist hingegen steht über allem, ist nicht Leib der im tiefen Wasser wirklich vergeht. Dies Bild ist doch offenbar den Sinnen und dem Verstand klar wie das nasse Element: ein Wanderer geht, entgeht Geist und Gott und macht sich Wasser in Not leiblich zu eigen. Darum versinkt auch der dämliche Jünger in seinem Glauben zwischen Sinnsucht und Unsinn. Einer ersäuft, während der andere säuft. Der Jünger und Anhänger und RSäufer ist ein Konstrukt, er hat noch keinen echten Durst, nur seine Suche und Sucht. Er ist noch nicht auf dem Weg. Das Wasser hat er schon. Und es hat ihn. Echter Leib verordnet sich hingegen auf mütterlich weiblich fürsorglich sinnlichen Rat eine Erfahrung und Spazier- und gütliche Wasserkur. Seelisches Leid geht unter Körper steht auf zu lang laufend tätigem leiblichen Genügen und herzlicher Genügsamkeit. Geistlich Gelehrter wundert sich nur immer über Bescheidenheit.

Wasser ist auch Leib als GWässer. Laufen darüber ist wahre Erkenntnis des Leibs. Erkenntnis ist jedoch nicht göttlich. Dies ist nur ein Gleichnis: und der verlorenen Rede Sinn.

Aus der Sicht der Jünger war R ein wanderndes Wunder, ein wahrer Irrtum, ein eingebildetes Wahres, Ahnung eines erlösten Leibs. Alle waren erstaunt ohne Einsicht, einer - der beste, der Freund - hat leiblich sein Verkennen erraten S sich ereignet und er sich erhängt.

Die EnTe ist ein bildhafter Vergleich, ein Irrtum der sich verhängt hat im Wahren. Scheinbare Wirklichkeit. Sie ist nur die schrifliche Empörung der Bewusstheit aus verdorbenem krankem Leib, ein Winden des erhöhten persönlichen uneinsichtigen im unschönen eigenen äußerlichen gefangenen zum ihm schönen fremden und gegen die eigene Hinfälligkeit Sterblichkeit. S wurde eine Lüge aus einer RZählung: ein Gespenst auf dem Wasser, ein fliegender Gott der Inkontinenz heiligen Geists. Die Erfindung der fliegenden Inkontinenz ist ein historisches Ereignis und gehört der gesamten Menschheit in ihrer höchsten Verblödung. Seit der Zeit ist die Taufe nur noch symbolisches Be- und Ersaufen.

Ein winziger scheinbar nichtiger ganz unwichtiger Zwischentext lässt erahnen: in Wirklichkeit ging R einfach nur auf den Berg, mühsam, volksam des Leibes Not und hatte wohl auch etwas Wasser da bei sich. Das ist der kleine wahre Kern der Geschichte.



Mir zur künftigen Erinnerung:
'Handgreiflichkeit' ist gerichtet gegen 'heilendes Handauflegen'
richtiges Wundern kann jeder wie Schreber in jeder IrrenAnstalt erleiden, ist Behandlungsfolge
faul sitzender Unsinn mit langgezogenen Ohren = unterwürfiger Beamter? - eher Buddha in seiner göttlich bildlichen Verwandlung
überdachte Göttlichkeit = Gotteshaus
zwischen Leibesnot = Erste Brotvermehrung (Mk 6,30 ff.) und den J. hinterherrennenden Kranken = Heilung in der Landschaft Gennesaret (Mk 6,53 ff.) - krankes Mitläufertum der Jünger - findet sich das missglückte Gleichnis von Jesus auf dem Wasser (ein Wunder ist nur, dass Menschen lesen können, obwohl sie nicht sehen)
Bescheidenheit: gibt es denn irgenwo etwas das nicht in ihm und Sinnerichten und Leib ist? Allenfalls eine Umgebung, die ihm Gesundheit und leibliches Wohlsein bringt und erhält
Erhängt: es können nicht zwei gleichzeitig die Hand im Schüsselchen (Mt 26,23) haben: einer erhängt sich und platzt: das sind wahre Freunde und Jünger, die wie überreife Feigen am Baum hängen ...