Der
einzige Leser ist einer, der Glauben verbreitet, ein Auserwählter,
den sich irgendein Gott zum Werkzeug gemacht hat, und der andere
Schreiben machen muss, weil er für seine Gedanken keine eigenen
Ausdruck hat. Der gläubige Stumpfsinn hat keine eigenen Gedanken,
keine Worte für sich. Jedoch ist er die vollkommene Schauspielerei,
ganz äußerlich und hat die Macht der Öffentlichkeit. Er ist der
vorgestellte große Wert aller Dinge und ihrer verhandelbaren
aufgeschriebenen Echtheit der Waren, das absolute Maß des Geldes dafür und
das Unmaß der endlosen Zahl seiner Bücher. Der einzige Leser lässt
über sich schreiben, macht sich die Autoren zum namenlosen Gefolge,
zum Schatten. Er ist in der Sonne, im Licht, birgt in den Schreiben
der anderen sich, gibt ihnen einheitlich sein Gesicht. Er ist Gott
als Autor auf Erden, ihm wird zugearbeitet und zugeschrieben, was für
ihn in der Ein/Bildung schon immer sein war. Der einzige Leser ist
ein Dieb der Worte und ein schwacher Texter im Wahn. Er ist
unschuldig und selig im Nehmen des fremden Geists.