Sonntag, 18. August 2013

Vom rechten Klauben

Das ist nun also veröffentlicht uns verkündetes und allmählich zum Gesetzesgeschwür anwachsendes Mitleid, dem sich als narbenharter Grund eine verstümmelte Gesundheit unterschiebt. Die Krankheit reicht wohl nicht, sie muss noch unterhalten werden, bis sie verdichtet und verhärtet sich zum Sinn und dessen Über-Sinn aus Geld und Gold. Wie ist dem Menschen doch der Sinn verdreht, Gesundheit wird zu Schuld und Scham, Körperliches zu Sünde, Leib selbst erfüllt mit hohlem hohem wachsendem Kredit. Deutlicher: also wird Gesetz dies Gesetzte zum Wirkgeschwür verschriebener entfremdeter Gedanken. Schulden erzeugen Narben und aus Narben wird als wuchernde Krankheit verhärtetes Fleisch. Und wieder mit leidend zurück gedacht: Gesetz verlangt Opfer für Glauben. Zusammengefasst: so geht Religion: Totschlagen für schriftliche Offenbarung Schlachten für die Erlösung in massenhafter industrieller Körpervermischung -verdichtung -verwertung und Heil dem heiligen Zwang.

Einer soll sich in tauber bewusstloser ErGbenheit das Herz aus dem Leib reißen lassen, ein anderer sich ein Herz nehmen und mit ihm für immer des anderen Leid, entnervt und vergiftet. Beide geben und nehmen nur Leid. Das ist Mitleid: ein irrer Leibertausch.

Doch Mitleid wird bald schon Leib und erstirbt. Niemand hat das Recht, einen andern mit seinen Organen zu quälen.

Falsche Liebe drängt sich da anderen auf getarnt als Spende und Vergewaltigung nennt sich Recht. Ist Liebe nicht der größte Betrug sieht sich immer im anderen Körper.

Einfache Liebe ist zwei: ein Vergehen der Leiber ineinander und auseinander. Ineinander überfließend mit Drang und auseinander versagend sich Zwang. Für den Leib gibt es keine mitleidende reine Liebe, sondern nur eine geteilte Mit-Lust und eine übernommene Mit-Wut.

So wie Eigentum und Macht der vorgestellte Schluss- und Fluchtpunkt des Idealismus, des Denkens in Wert und Waren sind und letzter Halt des Lügensinns, ist das dem Leib dazu verordnete Mitleid letzter Halt seines vorgestellten Leids und und die letzte Religion.

Wurde in höchster Zeit uns Eins wieder zu Zwei nun im rechten Klauben?

Und verkennen wir nicht im fernen 'blutigen Chaos' am Leib südöstlich des Sinns, was uns bald einmal auch erblüht? Eine neue Liebe frei mit Lust und mit Wut?