Das
ist nun also veröffentlicht uns verkündetes und allmählich zum
Gesetzesgeschwür anwachsendes Mitleid, dem sich als narbenharter
Grund eine verstümmelte Gesundheit unterschiebt. Die Krankheit
reicht wohl nicht, sie muss noch unterhalten werden, bis sie
verdichtet und verhärtet sich zum Sinn und dessen Über-Sinn aus
Geld und Gold. Wie ist dem Menschen doch der Sinn verdreht,
Gesundheit wird zu Schuld und Scham, Körperliches zu Sünde, Leib selbst
erfüllt mit hohlem hohem wachsendem Kredit. Deutlicher: also wird Gesetz dies Gesetzte zum Wirkgeschwür verschriebener entfremdeter Gedanken. Schulden erzeugen Narben und aus Narben wird als
wuchernde Krankheit verhärtetes Fleisch. Und wieder mit leidend
zurück gedacht: Gesetz verlangt Opfer für Glauben. Zusammengefasst: so geht Religion: Totschlagen für schriftliche Offenbarung Schlachten für
die Erlösung in massenhafter industrieller Körpervermischung -verdichtung -verwertung und Heil dem heiligen Zwang.
Einer
soll sich in tauber bewusstloser ErGbenheit das Herz aus dem Leib
reißen lassen, ein anderer sich ein Herz nehmen und mit ihm für
immer des anderen Leid, entnervt und vergiftet. Beide geben und
nehmen nur Leid. Das ist Mitleid: ein irrer Leibertausch.
Doch
Mitleid wird bald schon Leib und erstirbt. Niemand hat das Recht,
einen andern mit seinen Organen zu quälen.
Falsche
Liebe drängt sich da anderen auf getarnt als Spende und
Vergewaltigung nennt sich Recht. Ist Liebe nicht der größte Betrug
sieht sich immer im anderen Körper.
Einfache Liebe ist zwei: ein Vergehen der Leiber ineinander und auseinander.
Ineinander überfließend mit Drang und auseinander versagend sich
Zwang. Für den Leib gibt es keine mitleidende reine Liebe, sondern
nur eine geteilte Mit-Lust und eine übernommene Mit-Wut.
So
wie Eigentum und Macht der vorgestellte Schluss- und Fluchtpunkt des Idealismus, des Denkens in Wert und Waren sind und letzter Halt des Lügensinns, ist das dem Leib dazu verordnete Mitleid letzter Halt seines vorgestellten Leids und und die letzte Religion.
Wurde
in höchster Zeit uns Eins wieder zu Zwei nun im rechten Klauben?
Und verkennen wir nicht im fernen 'blutigen Chaos' am Leib südöstlich des Sinns, was uns bald einmal auch erblüht? Eine neue Liebe frei mit Lust und mit Wut?