Der
einzige Teil des menschlichen Körpers, der bedenkenlos
transplantiert werden kann, ohne dass es dem Empfänger eine
wesentliche Veränderung von Persönlichkeit und seelischem und
körperlichem Befinden verursacht, ist das Großhirn, die hohe
gefaltete Rinde. Möglicherweise befinden sich dort zwar auch
Überbleibsel alter erinnerter Besonderheiten, die es mitnimmt. Diese
werden aber nach der Übertragung her und hin als unbrauchbarer Rest
des GHirns sogleich entweder vom neuen Körper vernichtet oder in
sein tiefes Traumreich des Bösen verbannt. Der größte Teil des Speichers
und sein neuer Freiraum sind sofort aufnahmefähig für alle äußeren
Wahrheiten und die neue Person. Die neuen zur ihrer Seele, zum Leib
passenden Erinnerungen werden sich allmählich finden im
Oberstübchen, sich schon einfinden und zurecht finden, sich in ihm
abfinden. Die Seele darf so gleich wieder hinauf und ins Freie. Ein kleiner Rest
der alten mit- und hingerissenen Seligkeit wurmt vielleicht
gelegentlich den neuen Körper ein wenig im Schlaf.
Vor
einer Entnahme des Gehirn muss allerdings die sog. Leibwertlosigkeit
festgestellt werden von Gutachtern mit großer Erfahrung in der
Verurteilung von Menschen.
Das
Herz hingegen ist nicht übertragbar. Jeder weiß, es bildet mit dem
Bauch eine untrennbare Einheit. Herz und Bauch eines Menschen gehören zusammen wie
Mutter und Kind. Getrennt verliert diese Mutter den Verstand und ihr
Kind seine Seele. Ein neues Herz macht aus dem Menschen ein
zerissenes seelenloses Untier.