Samstag, 31. August 2013

Vorboten der Not

Es gibt die Begierde und die Wollust und die Lust und die Liebe. In beiden Paaren finden sich Mann und Weib vielleicht so ungefähr folgendermaßen. In Lust und Liebe sind sie ganz äußerlich und vermittelt, sind sie die Welt des Handels wie in ihr, Weib ist dabei Münze und der Mann dabei Ware. Waren beziehen sich im Wert aufeinander, im Geld und Gold sind sie noch etwas geerdet. Bei Begierde und Wollust ist Mann die Not und das Weib der Zwang, das Gebot: Sie fordert die Lust und die Liebe als Bedingung der Wollust und Er ist in seiner notdürftig. In Zeiten friedlichen Handels und Handelns ist seine Liebe ihr Verlangen zum Handeln und zu Ehe, ehe für sie mehr sein darf: und beide zur Hochzeit der Körper für sich kommen dürfen: Mann sich erzeugt als Ware durch Arbeit und Frau sich als Geld und goldig für beider spaßarmen Leib. In der Not, Zeit des Hungers verwickelt die Sache sich anders, sieht anders aus. Da wird Mann ein Raub der Begierde, vergeht in ihr, sich verletzend an ihr. Und das Weib sucht sich an ihr, verkümmert an ihr und die Begierde in ihrem Speck. Der Kummerspeck ist daher einer der fehlenden Liebe im Übermaß und schwindet in der Begierde als Zwang gegen Not.