Was ist wahrhaft menschlich? Die
Frage nach dem Sinn des Lebens oder gar Seins? Der Wunsch nach
Geborgenheit Sicherheit? Und die Erlösung in Zufriedenheit
Sorglosigkeit und - leiblicher Sättigung? Falsch? oder unrichtig? Gibt es wenigstens eine gerichtete Falschheit? Vielleicht. Was das Denken des Menschen im Heute bestimmt, seinen 'höheren' leicht durchsichtigen Geist aus macht, ist: die ständige
drohende geringe Wahrscheinlichkeit eines gewaltigen Unglücks
für den kleinen Kummer zwischendurch, sodann die Banalität des
Alltags als Grund einer unbestimmten Sehnsucht nach irgendwem oder -was und schließlich ein uns ständig umschwirrendes
Bewusstsein mit dem Reflex des Selbstbewusstseins, das uns vom
TagesTiefschlaf und vom wirklichen Träumen hinaus in die Welt
abhält. Der Mensch hat kein geistiges eigenständiges Sein mehr
mit souveränem Willen, er hat nur noch einen passiven als GegenWillen, den
Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden. Der sogenannte ihm nun fehlende Sinn ist
nichts als gewollter Unsinn, der schwache Wille zur Sinnlosigkeit. Der angebliche Wille zu Arbeit Leistung und
Opfer Kampf ist nur einer der Predigt im Buch und nichts als ein Wille zum Wunsch an sich, die übelriechende zitternde SchreibtischUnruhe des einsitzenden Ohngeists, Beamtengefasel
-geschmier herum um schmarotzende Unsicherheit aus Bequemlichkeit. Das ist der feige Wille zum mathematisch bestimmten berechenbaren winzigen schwachen Leid zwischen blökender Achtsamkeit und
der muhenden Sorgenfreiheit. Die einzige Kraft die in ihm noch ist,
ist die die den Blick ausrichtet auf eine Erlösung aus Langeweile, die Triebkraft eines Verlangens nach harmlosem Neuen und ungefährlichem Fremden und nach mehr und mehr, nach kribbelnder Müdigkeit nach erschöpfendem Kitzel. Der
Trieb als TextWirklichkeit und in seiner schriftlichen 'Wahrheit' will eine Stärkung des Wunsches nach Mühen und ein ständiges Wachsen des Verlangens nach SeelenLeid und vergehendem Leben. Todes- und
Lebenstrieb zielen beide auf einsame Leere und sind nichts als
eine Erfindung bezahlter geistiger Faulheit überwerteter Überheblichkeit und gelehrter physischer Trägheit
auf Lebenszeit.
Das allein ist auch die herzlichste Menschlichkeit: wenn die Übersatten ihrem unsinnigen Leben und lahmen Lieben und maßlosen Fressen mit dem Anblick von Armut im Bild gierigem Bestaunen fernen Hungers und Glotzen auf unbekanntes leibliches Leid die letzte Würze geben.