Donnerstag, 26. September 2013

Aggression und euphorische Identifikation

Menschliche Arbeit ist ein sich Vergleichen der Zeichen. Sie ist ein Jagen hinter etwas her, ein sich vergleichen mit dem Gejagten, sich selbst Jagen, das Gejagte mit sich vergleichen. Ein Verhältnis der Zeichen, die sich im Wert miteinander vergleichen wird übertragen durch die Arbeit gegen die Not auf den menschlichen Leib. Das Vergleichen der Zeichen ist zuerst ein Betrachten der Gleichung, dann ein Verhandeln von Zeichen, dann ein Handeln als Vergleichen. Aggressivität ist daher beim Menschen primär nicht zielgerichtet objektbezogen, sondern sie folgt einem Objektbezug, der Beziehung der Dinge in der Bewertung an sich. Die Beziehung unterwirft sich das menschliche Handeln. Daher ist Aggression Folge des Hirnrisses, abstrakter positiver Bezug der Waren aufeinander, ein produktives Verschlingen der Dinge, das dem Handeln vorgestellt ist, Vorstellung ist. Vorstellung ist dann der Grund des Handelns: die euphorische Verdichtung mit dem Objekt im Vergleich macht das Objekt zum Zeichen der Überwindung und er/hält es. Das Objekt hat nun einen Wert und ein ihm untergeordnetes Subjekt. Subjekt und Wert sind zunächst verdichtet zur allgemeinen Lebenskraft. Sie fallen mit dem Überwert der Dinge auseinander, dann ist Wert der Geist und das Subjekt der Dinge hat eine Seele. Die Aggressivität, die auf eine Vernichtung des Objekts aus ist, ist beim Menschen sekundär. Erst muss das Objekt aus dem Bezug auf andere heraus, dann erhält es Wert an sich, sein Wert überzieht es und sein Innerstes wird Leib. Aggressivität ist dann die wieder ausgeschiedene leibliche Not des Objekts. Der Wert muss wieder weg vom Objekt und hin unter die Herrschaft des Geistes. Hirnriss restauriert sich in der aggressiven Handlung gegen den objektiven Leib. Leib wird wieder Subjekt der gewendeten Not.

Also verdreht der Bezug der Leiber [im Geschlechtlichen] den Bezug der Objekte im Reich der Zeichen. Ein Ringen ist von den Leibern eingenommen und ein Ringen von den Waren und Dingen. Und jeder Schatz hat absoluten Wert und neigt zum Seitensprung gegen den blöden Geist hin zum dummen Leib. Schatz hebt den Riss im Leib auf, verdichtet ihn und vernichtet ihn.

Wir haben also eine Wende der leiblichen Not hin zu Werten und Objekten und eine geistige Notwendigkeit zwischen den Werten, die in Sinn und wunden Leib verfallen kann.

Die heiligen Schriften haben nur einen Zweck, den Leib zu verstecken, den Menschen das Denken gegen den Geist über die Zeichen hinaus zu verstellen. Wer nur in oberflächlich objektiver Bildlichkeit denkt in schriftlichen Zeichen, der hat einen Glauben. Glauben ist eine Seligkeit der Dinge, selig Sein in Waren, absoluter Hirnriss im fliegenden Geist. Gläubig ver- und erdichtete Aggression richtet sich nicht gegen den Leib im Sinne einer anfänglichen Wende der Not, sondern wird im Bild zu dicht fixiert zu einem heiligen alles vernichtenden Krieg. Damit sind wir bei der absoluten geistigen geistlichen leiblosen Männlichkeit [die nichts gemein mehr hat mit der durch die Not bedingten Zerissenheit des männlichen Leibs, der männlichen Geschlechtlichkeit].

Das ist nun die höchste Religiosität, wenn ein Rudel BGeisterter Männlichkeit über ein Weiblein herfällt und in der Gebärmutter aus ihrem zerrissenen Leib ihren heiligsten Schatz gefunden zu haben meint. Dreimal kommt diese jubelnde Männlichkeit: bei der blutigen Vergewaltigung, sodann am Strick des Henkers, bei der Gewalt am eigenen Leib, am heftigsten jedoch noch im Hirnriss einer eingebildeten Endlösung und im seligen TraumWunschParadies.