Mittwoch, 18. September 2013

Das geraubte Tier

Beim Tier ist das Gehirn von der Außenwelt umschlossen (Ursache - Wirkung). Beim Menschen ist das Gehirn vom Außen freigegeben. Es ist freigesetzt, weil die soziale Außenwelt der Zeichen gleichwertig neben das Organ gesetzt ist. Die Abspaltung bewirkt, dass die natürlichen Bedürfnisse ebenfalls gespalten und gedreht sind und das Hirn in der Verarbeitung der gezeichneten Welt ebenfalls durch eine Spaltung und Spiegelung (Häutung und Drehung) im Bau und im Zusammenspiel mit der Welt erweitert ist. Folgt man der Spaltung und Spiegelung in den Zeichen, so werden diese wertlos und unsichtbar und der wirkliche Leib taucht ab in ein unbestimmtes dunkles pseudo-tierisches Sein. Der soziale oder reale Leib des Menschen taucht ab zwischen einer Gleichgeschlechtlichkeit gegen die Spaltung und einem irrealen asketischen Leib gegen die Spiegelung. Fasst man die Gleichgeschlechtlichkeit und die Askese - also die Spaltung und Spiegelung - wieder zusammen zu wirklichem Geist, wird ein wirklicher Körper frei. Und also wurde Nietzsche von einem schwulen Zahnarzt (mit frommem [wert gefassten] Auftrag) und einem Geistlichen (mit [umfassend leiblichen] Hintergedanken) einer geistfreien Körperlichkeit, seiner Freiheit im Leib übergeben: das war eine sinnbefreiende oder -raubende Vergewaltigung.

Kausalität produziert unbegründetes und unbegründbares Übel und ergibt im Verein damit wissenschaftliche Mythen. Die wissenschaftlichen Lügen in Zeichen verweisen demgemäß auf eine einfache Funktion des Gehirns und den üblen Rest eines unbegründbaren Zusammenhangs. Hirn muss sich gegen die Welt aufwinden und befreien vom Zwang der Zeichen. Das geht nur mit uneingeschränkter Schriftlichkeit bei gleichzeitigem Verzehren des Leibs [ein Text, der Glauben verlangt und Verzicht auf Leben oder ein Kreditvertrag der Vertrauen fordert und der Mangel und Hunger erzeugt, funktionieren genauso, auch wenn die Körperlichkeit darin nicht offensichtlich ist].