Montag, 23. September 2013

Flug in die Unglaublichkeit

Die Wirklichkeit in der Zeichenwelt ist bildhaftig. Wir unterscheiden zwar zwischen einer Realität und der Wirklichkeit, können aber über die Realität hinaus nicht in die unbeschränkte Wirklichkeit zurück. Also musste die Körperlichkeit den Leib erfassen und eine neue Leiblichkeit erzeugen. Noch haftet das Schiff über die spinnenden Fäden der Schriftlichkeit am Körper der RD. Die vorgestellte Realität der Zeichen musste also zunächst zurückgedacht sein, gewendet die Oberflächlichkeit und zerrissen für eine Ahnung des vorschriftlichen echten Seins. Diese vermeintlich uranfängliche Wirklichkeit ist nun nur ein kleiner Probe-Traum, ein auf den Punkt gebrachtes dichtes schweres beengendes beschränktes Träumen. Tief erlebtes WirklichSein ist immer ein Probe-Träumen. Der gewaltsam analysierte Probe-Traum muss noch in seiner unmittelbaren Bildlichkeit aus seiner so grob vereinfachten Wirklichkeit, aus einem Kern geglaubter und vorgestellter Funktionen, gespiegelt wieder zurückgeworfen werden in das Reale, die von den Zeichen bestimmte Welt. Dort, in den neuen Texten und Bildern alter Zeichen, entsteht dann vielleicht endlich die freischwebende Wirklichkeit. Sie ist kein Wahn, sondern technisch realisierbar (so wie Waren zwar nicht umsonst sind, jedoch durchaus kostenlos greifbar). Man muss nicht nur die falsche Körperlichkeit in der Moral und deren Verfestigung in der Sittlichkeit auflösen, sondern den freiwerden Leib im Schein vorhandener Zeichen neu erstehen lassen. Man muss also nicht nur den Glauben auflösen, sondern ihn auch noch in eine neue höhere Unglaublichkeit überführen. Aus Eis und Hohn wird ein blutend Herz und sich spiegelnd daran nun ein Eis mit Honig. Wer das nicht begreift, ist für die neue Technik der Raumflugkörperlichkeit nicht reif.  Das Kind steht in der Mitte des dreiteiligen Werkes am Anfang des zweiten Buchs und wohl dort, weil in der Mitte die Mauern brechen. Das dritte Buch des Werks schafft im Rasen den Grund für das heimlich sanfte Abtauchen des Autors ins vierte Buch. Das Kind war also nicht EndZiel, keine neue WunschKindlichkeit eines Kinderlands erstrebt und erreicht, sondern das Spieglein in der Hand ist der Wendepunkt hin auf eine höhere Menschlichkeit. Sie hat mit unserer falschen hinterhältigen blutsaugenden Menschlichkeit nichts gemein, sondern ist eine ehrliche LeibtraumhaftigkeitAus einem Heiligen Buch wird wieder die Heilige Buche, zwar schriftlich umrankt nur der alte knorrige Stamm, jedoch in der Welt von neuen Sinnen ändert sich spiegelnd das Eine des Wissens in echten Durst und das Andere des vergangenen Lebens in entwendendes Träumen, ein Reich wilder Reben voller goldgelber Trauben. Wünsche werden im Wert von Waren und Waren vom Wert durch Entwenden und Erträumen befreit. Und der wirkliche Mensch und Autor wandelt im starrenden Krampf offenen Auges Wasser um in ein rauschendes Weinen.