Donnerstag, 5. September 2013

Gewand Vorwand und Abriss einer Geschichte

Eva bedeckt sich nicht aus Scham, sondern Ihr Kleid ist zum einen weite zufällige beiläufige unwillentliche Ergänzung der oberflächlichen Symbolik ihres Körpers, zum anderen wird sie bedeckt und verschlossen von Zeichen, einer kleinen Symbolik der von ihr über Mannes Begierde sich einverleibten vom ihm geschaffenen begriffenen AbSchnitte ihres Körpers. Sie ist im Großen für sich ganzer stofflich bezogener (also irdisch lebendiger) Leib, für ihn in einem Begehren nur seine ihr wollüstig untergeschobenen erogene Bruchstückhaftigkeit. Das ist erster menschlicher Leiberschluss.

Bücher werden aufgeschlagen für ihn, Nasen hineingesteckt, Stoff wird gejagt und gesammelt, wieder lesend verwoben von und für Weiblichkeit. Endlose Wiederkehr um sich kreisender Gedanken.

Mann hatte immer offensichtlich Begierde, war unbekleidet und ließ sich benutzen. Sich umstürzend in ihren Zeichen beschnitt sich Mann irgenwann ihr Kleid, wurde ein tapferes Schneiderlein und eingebildete höchste Männlichkeit.

In der Welt der Zeichen begreift Mann den Grund seiner Begierde endlich, doch noch nur bruchstückhaft in ihren Teilen als seine erogenen Zonen. Erkennt er sich schon oder predigt er sich noch?

Was ist Geist? Für sie besteht er aus Symbol und Zeichen. Für ihn aus seiner Begierde Not Kontrollverlust. Kulturraum ist erste Vergegenständlichung von Symbol und Zeichen, seine Objekte sind weiblich. Unter Kontrolle des Weibs werden ihm nun ihre Zeichen Grund der Begeisterung. Geist ist ihm also immer schon leiblich fremd, hat seinen Grund in ihr.

Geist ist ihr Hemd, sein GWirken ist ihr ein Hauch. Ihm ist er fremd, satt ruht er auf ihrem Bauch.

In der Welt der Zeichen verwandelt sich der Mann selbst in eines, wird auch Ware, ruht auf des Weibes Leib. Da ist sein Sein im Widerspruch, er ist selbst der Wunsch der das Objekt seiner Begierde bedeckt.

Diese Umwertung schafft für ihn zweierlei in einem Kleid: ein wertloses Wünschen (satt sein macht frei) und eine versteckte Wollust (seine Scham: er versteckt nun seinen Schwanz, macht ihn zum Zeichen, metaphorischer Sinn). Es ersteht ihm die ungewusste Begierde. Er rührt sich mächtig in ihr.

Damit wird nun auch die Zerissenheit des Mannes auf die Beziehung der Geschlechter angewendet: er und sie werden leiblich auseinandergezogen: Frau wird zum Geist erhoben in den großen Symbolen des schwangeren Leibs. Mann ist begeistert und hat geistlos seine Begierde allein für sich. Er hat seinen Schwanz in der Hand und ziemlich fester Kontrolle.

Mann baut und verhütet. Der Herr zeugt und schützt seine Welt, bläht stolz sich in Gedanken vor ihr. Verheimlicht und hütet seine Einfälle, und sie vor ihnen und sie vor ihr. Schreibt sie endlich nieder, kommt nieder zu ihr, schenkt sie und sich ihr, seinem geliebten ihn nährenden Publikum.

Die Beziehung der Geschlechter wird selbst ein Wert, der Koitus überwertet. Frau wird angebetet, Mann liebt und glaubt sich geliebt. Aber Frau begehrt immer nur Zeichen (auch den Mann als schwanzlosen mit den Ersatz-Insignien der Macht).

Im Gegensatz der Waren (Wertzeichen) wird Mann in deren Auseinandersetzung hineingezogen. Geist wird verrückt und rein männlich. Monotheismus. Mit der versteckten Begierde ist auch die große Symbolik verdeckt. Geld als allgemeiner Warenwert ist die vergessene Weiblichkeit. Sie ist sein Schatz in der Münze.

In den 'Vorboten der Not' ist der zweite Leiberschluss geschrieben.

In der Welt unbegrenzter Zeichen, des absoluten Überwerts, kommt zum Riss noch die Spaltung. Wenn nun noch Geld selbst Wert ist, gehört die Welt ganz der Analyse (dem Zerfall). Weib wird einfach nur frei: frei vom Mann: es hat seine große Symbolik wieder für sich und auf sich die Schönheit im Kleid der Zeichen. Darin besteht allein die ewige Wiederkehr des Gleichen.

Hier ist Mann abgerissen. Das Prachtgewand, einst ihr entwendet, ist zerschlissen. Er hatte nie einen Leib, nur seine eingebildete Weiblichkeit. Durch eine Arbeit als Wert an sich, geistige Leistung, durch Stärkung seines göttlichen Ich ist er nur schwer wieder aufzurichten. Die Spaltung vollzieht sich unter seiner Oberflächlichkeit, in seiner Lehre: er ist gespalten im Geist. Macht ist immer GMacht im Wunsch und Wille nur letzter Halt gegen den Spalt, sein Traum vom Leib darin und vom wirklichen Sein. Sein physisches Leid ist begründet in der geschriebenen Zerissenheit von geheimer Begierde und Wunsch und sein geistiges Leid in der Spaltung von Wert in Nichts und Sein, der Geschichte der Waren und freien Zeichen als SinnBild und Wert, zeichendicht in metaphorischer Sinnlichkeit. Das ergibt keine Kunst, sondern mein wertloses Geschmier, eine schriftliche Verselbständigung des Wahns einer Freiheit im Sinn. Riss und Spalt ist mühsam verteilt auf zwei Körper, einer Fleisch, einer Blut, einer Brot, einer Arbeit, einer Leib, einer Seele, Frau und Mann, Knecht und Herr.

In Schöpfungsmythen revolutionärer (gläubiger) und reaktionärer (staatlich erlaubter) Sinnlichkeit häutet sich zwar der Mensch aber er dreht sich und die Geschichte nicht gegen den Wert. Das ist eine unvollständige Analyse. Er arbeitet mit leiblichen Elementen aber bleibt bei einem Mehr und Weniger des Habens und Seins. Er steht da als das schöne Sein, eine nackte Schönheit in Stein. Die Umwertung der Werte und ein Jenseits von Gut und Böse ist noch kein Jenseits jeden Werts. Was aus dem Stein gehauen erscheint, ist nur eine Befestigung idealistischen Unsinns. Märchen und Mythos und Moral. Riss und Spalt sind verschlossen in SinnBildlichkeit: das ist Warenwert als Grund der Dinge: einfache Gegensätzlichkeit (Geldwert) mit schönem Schein (Ware).

So funktioniert reaktionärer Blödsinn: der Sohn, einst Gemahl göttlicher Weiblichkeit wird dem männlichen Geist untergejubelt. Das weißt Du, Zarathustra? Niemand sonst weiß, dass Gott nicht der Vater ist.

Mann erzeugt sich bildlich ein Sein, in dem er der Spaltung seines Geistes im Weib Gestalt gibt. Ihr Geschlecht ist ihm Traum, ein Wahn und ein Nichts. Seine Welt besteht ganz simpel aus drei Elementen: Übersinn (Gott, Kapital und Rechenwert) sowie Haben (+ Ich Person Männlichkeit Analytiker) und Sein (- Selbst, Leib, Weib, Patient). Der Analytiker macht genau das: er ist Überwert, sein männlicher Patient füllt sein Loch und der weibliche ist es ihm. Er entlässt auch jeden nur in ein primitives männlich blödes Dreierlei.

Nackte Schönheit soll ganz leiblich sein, tanzen.

Seine Wiederauferstehtung ist nur die Erektion seines Zeichens durch das uranfängliche Hängen an Ihrem symbolischen End des großen Spalts im Leib am oder deutlicher: unter dem Kreuz.

Übrigens: die Neufleischwerdung gibt es nur für das Weib. Mann hat keine Gebärmutter.

Deutlich ist damit: das Übersinnliche (des Mannes) verschwindet hinten widernatürlich im Leib des Weibs (dreifaltige Resurrektion - drei mal ist einmal gut müde gemacht) und kommt vorn als lebendiges Fleisch (rätselhafter Herkunft - scheinbares Wunder einer Geburt) wieder heraus.



Die Geschichte in vollem Umfang entfaltet verweist schließlich auch in das Gehirn mit dem gefalteten Großhirn - übrigens wurde das Kleinhirn nicht gefaltet, es hat sich entfaltet - als alles verfälschenden Geist gegen die Leiblichkeit. Das erzeugt geistlichen Einheitsbrei und unterdrückt den Leib. Einwände trägt der weibliche Leib in sich, Männlichkeit ist ihm natürlich auch mal oder als Mal in sich und gelegentlich auch erträglich.